Musterprozess ohne Folgen
Sich wehren hilft wohl doch etwas, wenn die großen Energiekonzerne nach eigenem Gutdünken Preise erhöhen und der Verbraucher eigentlich gar nicht so genau weiß, warum er jetzt schon wieder mehr für seinen Strom oder sein Gas bezahlen soll. Im Landkreis Aurich hatten drei Kunden gegen “undurchsichtige” Preisänderungen rückwirkend geklagt und Recht bekommen.
Verständnis vom Gericht
Auch das Gericht fand die Änderungen des Tarifvertrages im Sommer für Kunden des Energieversorgers EWE nicht nachvollziehbar. Da eine Preistransparenz für den Kunden nicht gegeben war, musste der Versorger einen gewissen Betrag zurückerstatten. Pro Kunde waren das etwas über 600 Euro. Der Twist an der Sache ist allerdings, dass das ungewöhnlich verbraucherfreundliche Urteil nur den drei Klägern, die sich gegen die Praxis der EWE gewehrt haben, zu Gute kommt. Denn nur an sie muss das zu viel gezahlte Geld zurückgezahlt werden. Doch wer ein bisschen Bescheid weiß über das deutsche Recht, der weiß auch dass es Präzedenzfälle gibt und die sagen natürlich und zu Recht: Gleiches Recht für Alle.
Die Form wahren und beeilen
Formaljuristisch muss nun aber jeder betroffenen Kunde dieses Energieversorgers im ostfriesischen Raum eine Klage einreichen um sein Recht geltend zu machen. Einleitend reicht ein Schreiben an den Versorger, in dem er unter Berufung auf den Präzedenzfall sein Geld zurückfordert. Dazu sollte man sich entweder zusammentun, damit man sich kostengünstig einen Anwalt teilen kann oder jemanden fragen, der sich damit auskennt. Der Energieversorger wird wohl zahlen müssen, denn das Urteil ist rechtskräftig. Allerdings läuft die Verjährungsfrist im Dezember 2010 ab, denn die betreffende Preiserhöhung ereignete sich schon im Jahr 2007. Deswegen sollte man sich mit dem Schreiben ein wenig beeilen. Fristlos laufen die Kündigungen bei dem Energieversorger ein, denn die Kunden, die keine Rückzahlungen erhalten sind natürlich verärgert dass die EWE “damit durchkommt”. Jeder sollte prüfen, was sein Versorger ihm so vorsetzt, denn nicht immer sind die geschäftlichen Handlungen so seriös und rechtens wie sie versuchen auszusehen.